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Wiederholung eines alten Irrweges: Richtlinie der EU „Nordisches Modell“

Es gibt eine EU-Richtlinie, in der allen Ländern der EU empfohlen wird, ein Sexkaufverbot nach dem Muster des Nordischen Modells einzuführen.

Warum wurde diese Richtlinie noch nicht in Deutschland umgesetzt?

Weil die meisten deutschen Politiker offensichtlich rational genug denken können, um zu erkennen, dass diese Richtlinie ein Fehler ist und in einen Irrweg führen würde. Dann würde Geschichte wiederholt.

Es geschah vor etwas mehr als 100 Jahren in den USA: eine Gruppe sehr engagierter und fleißiger Menschen hatte den Alkohol zu ihrem Feindbild auserkoren und bearbeitete sehr aktiv die Politiker in den Parlamenten. Das machten sie, indem sie ein extrem negatives Bild des Alkoholkonsums zeichneten. Wenn jemand das Wort „Alkohol“ hörte, dachte er nicht mehr an das Glas Sekt zum Geburtstag oder den Schluck Rotwein zum Mittagessen, sondern er dachte nur noch an Alkoholiker, die ihre Frauen verprügeln, in der Gosse landen und andere Menschen mit ihrem Auto tot fahren. Als die Zahl der Politiker groß genug war, in deren Köpfe dieses Zerrbild gehämmert worden war, wurde die Prohibition beschlossen.

Und nach ca. 20 Jahren wurde die Prohibition wieder abgeschafft. Trotz der Alkoholiker und trotz der tot gefahrenen Menschen. Weil die Prohibition mehr Kriminalität erzeugte als das ungeregelte Leben zuvor.

Das Sexkaufverbot („Nordisches Modell“) gleicht genau der Prohibition

Ähnlich läuft es heute mit dem Sexkaufverbot. Eine Gruppe von sehr von sich überzeugten Aktivist*innen, die sich selbst „Abolitionist*innen“ nennen, bearbeiten Politiker und Öffentlichkeit, indem sie das Bild „Prostitution ist der unfreiwillige Verkauf von Geschlechtsverkehr durch ausgebeutete Osteuropäerinnen an ekelhafte, frauenverachtende Männer“ in ihre Köpfe hämmern. Heutzutage ist das ja auch viel einfacher als damals: man braucht nur viele Videos zu veröffentlichen, die diese einseitige Botschaft verbreiten.

Damals wurden vehement ausschließlich die negativen Seiten des Alkoholkonsums thematisiert, so wie heute ausschließlich die negativen Seiten der Prostitution hervor gehoben werden. Damals wurde das Glas Sekt zum Geburtstag totgeschwiegen, heute werden die vielen selbständigen Sexarbeiter*innen, Dominas, Masseur*innen etc. totgeschwiegen.

Geschichte soll wiederholt werden – und wäre genau so ein Irrweg wie damals.

Damals waren alle Beteiligten der Überzeugung, dass die Prohibition eine sehr hilfreiche Sache wäre. Doch der Traum von einer alkoholfreien Welt platzte. Der Alkoholkonsum wanderte in die Unterwelt ab und war von der Polizei nicht mehr zu kontrollieren. Die Qualität des Alkohols nahm ab, weil er von unerfahrenen Schwarzbrennern hergestellt wurde. Organisierte Kriminalität nahm zu, weil es keinen legalen Alkoholkonsum mehr gab, währen der illegale Alkoholkonsum riesige Gewinne einbrachte.

Genau so wird der Traum von einer prostitutionsfreien Welt platzen. Prostitution wird in die Illegalität bzw. in Grauzonen verdrängt, so wie das auch in Schweden geschehen ist: dort werden immer noch erotische Massagen verkauft, aber doppelt so teuer wie in Deutschland, und was dann hinter verschlossenen Türen geschieht, kann niemand kontrollieren. Was früher der Alkoholschmuggel war, ist jetzt der Sextourismus: schwedische Männer vergnügen sich in Kopenhagen oder Tallinn, während deutsche Prostituierte nach Stockholm reisen, weil sie dort viel mehr verdienen können.

Lassen wir es in Deutschland am besten erst gar nicht so weit kommen!

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